Rückblick 17. bis 26. August 2007
Thema: Soli...Solid...Solidarisch

• Klassik • Specials • Ethno- und Volksmusik • Jazz / Rock / Pop

 
  PROGRAMM 2008PROGRAMMGALLERYVERANSTALTERCATERINGSPONSORENFORUMKONTAKT
         Rückblick Musikfesttage Wallisellen 2007  
 

MONTAG, 20.8. 2007 – 18.00 h

Klavierrezital
Patricio Mazzola

F. Chopin (1810-1849)
Prélude c-moll op. 28/20
Nocturne F-Dur op.15/1
Prélude As-dur op. 28/17
Polonaise As-dur op. 53


S. Rachmaninoff (1873-1943)
Prélude c-moll op.23/7
Prélude G-Dur op.32/5
Prélude g-moll op.23/5


F. Liszt (1811-1886)
Sonate h-moll
(uraufgeführt 1857)

Die Chopin-Préludes entstanden auf Mallorca und gehören zum Kostbarsten aus Chopins Feder. Sie sind teilweise sehr kurz, und doch ist in dieser Kleinheit die überragende Grösse Chopins besonders deutlich zu spüren. Sie entstanden eigentlich als Hommage an den von Chopin hochverehrten Bach, genau genommen dessen "Wohltemperiertes Klavier", das Präludien und Fugen durch alle 24 Tonarten enthält. Chopin verwendet ebenfalls alle 24 Tonarten, beschränkt sich aber auf Préludes, da ihm die Fuge als Kompositionsgattung nicht entspricht. 
Die Nocturnes sind, wie der Name besagt, "Nachtstücke". Das heute gespielte Nachtstück hat eine deutliche A-B-A-Form. Die A-Teile sind lyrisch-verträumt; der B-Teil ist von aufgewühlter Dramatik.
Die As-dur-Polonaise gehört zu Chopins affirmativsten und beliebtesten Stücken. Sie ist von kraftvoll-heroischer Grundhaltung ohne die Intimität eines Nocturnes, aber bedeutend in ihrer Ausstrahlung von Grossartigkeit und nationaler Selbstbehauptung.

Die Préludes von Rachmaninoff entstanden noch in Russland, also noch vor der Emigration des Komponisten. Sie wurden zweifellos von Chopin angeregt und sind somit eine Hommage an den von Rachmaninoff verehrten französischen Polen. Auch sie durchmessen alle 24 Tonarten. Sie sind in der Anlage fast alle grossräumiger als die Chopin-Préludes, teilweise fast schon Balladen. Das letzte der drei heute gespielten Stücke ist wegen seines Rhythmus ebenfalls eine Art Polonaise.

Die Sonate in h-moll von Franz Liszt ist sein grösstes und bedeutendstes Klavierwerk und gehört zu den Gipfelwerken der gesamten Klavierliteratur. Liszt hält sich formal nicht an das klassische Sonaten-Schema sondern kreiert sogar eine eigene neue Form, die einen einzigen Atem von 30 Minuten überspannt, etwas Singuläres in der gesamten klavieristischen Musikgeschichte. Inhaltlich könnte man das Werk als "Faust-Sinfonie" bezeichnen; neben lyrischer, mystischer Versenkung, hymnischen Apotheosen und dramatischsten Zuspitzungen sind eindeutig ein "Faust"-, "Mephisto"- und "Gretchen"-Thema zu erkennen! Liszt verzichtet jedoch auf solche "Konkretisierungen" und lässt die Musik im "klassischen" Sinn für sich sprechen, eben als "Sonate" ohne unmittelbaren programmatischen Hintergrund. Somit steht das Werk zwischen der sog. "absoluten" und "programmmatischen" Musik da - ebenfalls ein Fall von einzigartiger Bedeutung. Liszts Sonate wurde übrigens 1857 in Berlin uraufgeführt, also vor jetzt genau 150 Jahren.

Er erhielt den Edwin-Fischer-Gedenkpreis und den Kunst Anerkennungspreis der Stadt Luzern. Im Laufe seiner Karriere erarbeitete sich Patrizio Mazzola ein umfangreiches Repertoire und ist neben seiner Lehrtätigkeit an den Musikhochschulen Bern und Luzern laufend solistisch tätig. So trat er mehrmals an verschiedenen Festivals auf und arbeitet regelmässig mit diversen Orchestern und Dirigenten zusammen (u.a. R. Baumgartner, Silvia Caduff, J.-L. Darbellay, A. Fiedler, H. Griffiths, E. Muri, P. Sacher, K. Zehnder). Kammermusikalisch spielt er u.a. im New Kubelik Trio. Mit Patrizio Mazzola erschienen mehrere CD-Einspielungen, darunter die 24 Préludes von Rachmaninoff, die 27 Etüden von Chopin und eine Live-CD seines Rezitals in der Wigmore Hall London.